17.12.14

Wie war es ohne Weihnachtsmarkt?

Weihnachtsmärkte gibt es nun schon sehr lange in den Städten an der Emscher. Karussels und Bratfischbuden, Glühweinstände und Wohltätigkeitsveranstaltungen bringen die Augen der kleinen und großen Kinder in den Fußgängerzonen der Emscherstädte  zum Leuchten. Die Fußgängerzonen gibt es schon länger als die Weihnachtsmärkte, zu denen sich noch mehr über das ganze Jahr verteilte Events gesellten, seit die Innenstädte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbarer wurden.

Aber es war nicht immer so.

Vor vielen Jahren, da fuhren auch durch die kleineren Städte an der Emscher Straßenbahnen, meistens sogar mehrere. Weil auch der Autoverkehr noch durch die Innenstädte ging, kamen sie nur langsam voran. Geschäfte öffneten abends bis halb sieben, samstags bis zum Mittag. Der Einkaufsbummel geriet zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit.

Dann entstanden Einkaufszentren, zunächst draußen vor den Städten, manchmal auch in der Stadt selbst, und bald schon wurden die ersten Stadtzentren autofrei. Doch weil gleichzeitig auch U-Bahnen gebaut wurden, waren die nunmehr von Autoverkehr befreiten Innenstädte oft nur Großbaustellen.

Verbraucherfreundlichere Landenöffnungszeiten wurden erst allmählich nach der Inbetriebnahme der ersten U-Bahn-Linien eingeführt.

Wenn man heute über die schönen Weihnachtsmärkte der in einem der größten Ballungsgebiete Europas gelegenen Emscherregion schlendert, denkt man gar nicht mehr daran. Das Ruhrgebiet hat seine eigene Atmosphäre entwickelt, nicht die einer Hauptstadt und auch nicht die einer Weltstadt, sondern die des Ruhrgebietes, die in jeder Stadt ein wenig unterschiedlich ist und in der Emscherregion typisch für die Emscherregion: Etwas billig und dabei doch hochwertig, etwas unprätentiös und dabei ganz anspruchsvoll. Arbeiterkultur trifft hier auf Gelsenkirchener Barock und bildet zu Weihnachten die Kulisse für den Weihnachtsmarkt. Man könnte die Emscherregion als Perle in der Auster Ruhrgebiet ansehen und ihre Städte als elegante Damen von Welt. Doch dafür bräuchten sie dringend ein anderes Parfum.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen