Die nächsten Schulen waren weit von der Emscher entfernt, so weit wie der Wochenmarkt, manche auch weiter. Es gab eine Hauptschule, eine Realschule und ein Gymnasium. Die meisten Kinder fingen nach der Grundschule auf dem Gymnasium an. Später besuchten die Kinder von der Emscher die drei Schultypen zu etwa gleichen Teilen und sahen sich manchmal in ihrer Freizeit.
Kinder aus dem Ausland gab es bald schon viel mehr an der Emscher. Ihre Zahl wuchs in wenigen Jahren stark an. An den Freizeitaktivitäten der anderen Jugendlichen nahmen sie nicht Teil. Aus der Schule kannte man sie nicht. Sie gingen in eine spezielle Klasse. Dort waren Kinder aus vielen Nationen in einer Klasse - aus der Türkei, aus Griechenland, aus Polen. Sie sprachen oft sehr wenig Deutsch und konnten sich nur mit ihren Mitschülern unterhalten, wenn sie dieselbe Muttersprache hatten. Der speziell für sie eingerichtete Unterricht fand auf Deutsch im Gebäude der Hauptschule statt.
Jüngere Kinder besuchten ganz normal die Grundschule. Ein Kind ging schon zum dritten Mal in die erste Klasse. Sein Vater war Bergmann auf einer Zeche. Immer, wenn nach den Ferien die Schule wieder begann, packte die Familie ihre fünf Kinder in ihren Kleinbus und machte einen Monat Urlaub zu Hause in der Türkei. Wenn sie wieder aus der Türkei zurück kamen, hatte der Kleine schon so viel verpasst, dass er am Ende des Schuljahres sitzen blieb.
Es zogen viele Menschen aus dem Ausland an die Emscher. Integration war kein Thema. Niemand schien sich dafür zu interessieren.
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