3.11.14

Ein Emschergedicht

An der Emscher und so weiter

Die Stadt an der Emscher steht selten im Starblatt.
Am grünlichen Gewässer der Güterhafen -
mit Schrebergärten garniert, denen verschlafen 
ein Baustellenkran winkt - gehört zur Nachbarstadt.

Das kümmert die Möwen nicht. Sie nutzen als Watt
Schmuddelpfützen, die rötliche Sonne trafen,
wo sie sich zeigte. Wollte sie bestrafen
den Namen der Stadt? Wer hier einen Schrottplatz hat?

Der Abend vergießt hier sein Rot nicht auf Orten
sondern grauen Straßen und Industriebrachen,
Schrottplätzen, Zechen und Türmen, Fabrikpforten.

Herne ist mittendrin nicht leicht auszumachen.
Straßen und Städte entsprechen sich in Worten.
So kann man hier schlafen und anderswo wachen.

Dieses Gedicht hat die Zeitschrift Unicum vor vielen Jahren einmal unter einem Pseudonym von mir abgedruckt. Ich habe mich darüber sehr gefreut.

Ich beschäftigte mich damals weniger als heute mit Literatur und hielt mein Gedicht für expressionistisch.

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